WOHNANLAGE GMUNDEN
Wohnen mit Seeblick
Als Erneuerung zweier Häuser aus dem 19. Jhdt. in Gmunden in zweiter Reihe am Ufer des Traunsees sind drei Baukörper gesetzt, die 16 Wohnungen eigenstände Maisonettewohnung oder alternativ Bürofläche beinhalten.
Die Entwurfsprämisse war die Schaffung von ideal belichteten und zum See orientierten, gut geschnittenen Wohnungen in einem Gebäude, das hohe Identifikation der Bewohner und der Stadt Gmunden mit dem Haus und der Umgebung bietet und von sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit geprägt ist.
Zugleich ist die maßstabsgerechte Erhaltung und Weiterführung der Färbergasse verwirklicht worden, deren kleinteiligen Bebauung durch das Kopfgebäude fortgeschrieben wird. Die für Gmunden typische Gassen- und Geländeentwicklung wird in Form einer Freitreppe aufgegriffen, die östlich des Kopfgebäudes zum Hauptbaukörper führt.
Die Gasse als Fokus im Entwurf wird so fortgeschrieben und zur Zugangssituation hochgefaltet. Parallel dazu verläuft ein ebenerdiger Zugangsweg, der durch ein schmiedeeisernes Tor im Erdgeschoß des Kopfgebäudes betreten wird, das solcherart auch zum Torhaus wird. Hier beginnt eine Abfolge unterschiedlicher Raumsequenzen und Oberflächenqualitäten, die den Hauszugang architektonisch erlebbar macht. Auch die Innenerschließung des neuen Wohnhauses kann als „gestapelte Verlängerung“ der Färbergasse gelesen werden. Die durchgesteckte Erschließung bindet auch im Norden gedanklich an das Wegenetz der Stadt Gmunden an.
Von der Färbergasse rückspringend und das Kopfgebäude so räumlich freispielend liegt die Tiefgarage, die gemeinsam mit Keller- und Nebenräumen den Sockel für die darüber liegende viergeschoßige Wohnbebauung bildet. Dieser ragt an der westlichen Grundgrenze über eine Länge von knapp 12m über das Gelände hinaus, ehe er vollständig in das Gelände übergeht, wobei die freiliegende Decke über der Tiefgarage zur Schaffung von Gartenfläche als intensives Gründach ausgebildet wird. Im Bereich der sichtbaren Tiefgaragenfassade baut diese direkt an die Grundgrenze an, erlaubt hier also eine weitere Fortsetzung der Färbergasse.
Das Haupthaus bilden zwei viergeschoßige Baukörper mit je 4 Wohnungen als Regelgeschoße, die über die fugenbildende, nordseitig orientierte vertikale Erschließungszone miteinander verbunden sind. Während der westliche Baukörper über eine stärkere Nord-Süd-Ausdehnung verfügt, weist jener im Osten über eine länger Ost-West-Ausdehnung auf. Sämtliche Bauteile sind passgenau in die städtebauliche und topographische Situation zugeschnitten.
Im Gegensatz zur gegenüberliegenden Esplanade 9, die als üppig ausgestaltetes Gründerzeitgebäude eine Sonderstellung innehat und dies auch in der Gestaltung ablesbar ist, weist der Großteil der Gmundner Bürgerhäuser Satteldächer auf, bei denen die Giebelwände Richtung Traunsee orientiert sind. Diese Giebelständigkeit ist auch ein Charakteristikum der Häuser der Färbergasse, sowie der beiden abgebrochenen Bestandshäuser. Der Entwurf begegnet diesem Faktum mit der Ausbildung giebelständiger Satteldachhäuser in zeitgenössischer Ausprägung.
Die Materialität des Massivbaus ist maßgeblich geprägt von der gekämmter Putzfassade und der metallischen Dacheindeckung, die bereichsweise mit roh wirkenden Oberflächen wie Sichtbetonwänden, Wegen aus gestocktem Beton und Steinschlichtungen in Dialog tritt. Fensterflächen unterschiedlicher Größe erlauben auch in den unteren Geschoßen helle Wohnräume, die ihrerseits über Loggien bzw. Terrassen ins Freie Richtung See erweitert werden. Brüstungen aus Glas lassen auch vom Wohnraum aus die Blicke in das Panorama von Traunsee, Schlafender Griechin, Schloss Orth und Traunstein schweifen.











